Mittwoch, 13. August 2008

The Abridged Berlin Review (twice overdue)

Für A.

Sitzen zwei in der U-Bahn.
Sagt die eine: "Buffalo."
Sagt die andere: "Stimmt."

elefantubahn

Alle guten Dinge sind drei

Drei Freundinnen. Drei einander unbekannte Frauen, die spontan und völlig unabhängig voneinander beschließen mich mal eben für ein paar Tage zu besuchen. (Mehr oder minder) Gleichzeitig.

Macht vier Frauen, eine 45m² Wohnung, einen übermütigen Kater und Unmengen an 1. Bettwäsche, 2. Handtüchern, 3. Kosmetikartikeln.

Zuviel des Guten? Wo denkt ihr hin! Genau das Richtige. Wohl dosiertes Chaos, lecker Essen, viel Wein. Und wenn ich abends aus dem Büro nach Hause kam, sah die Küche trotzdem piccobello aus.

Dazu dreimal Filmnächte. Und drei Männer, die zuhause geblieben sind und trotzdem ständig Thema waren.

So eine Mädchenpension ist eine coole Sache.

Und nach dem Uhrlaub kommt die Ahrbeit

Oder? Und so übe ich mich denn wieder fleißig im Hinterfragen des Bürokraten-Dreisatzes:

1. Das haben wir schon immer so gemacht.
2. Das haben wir doch noch nie gemacht.
3. Da könnte ja jeder kommen.

Ja, wo kämen wir denn da hin?

Freitag, 25. Juli 2008

Mach doch mal wieder Uhrlaub

Neulich abends mit Freunden beim Italiener. Irgendwer: „Weiß eigentlich jemand, wie spät es ist?“ Ich: „Zehn nach zehn. – Oh Gott, bin ich etwa die einzige, die eine Uhr umhat? Tatsache. Dabei hab ich doch Urlaub.“ Meine Freundin: „Ja, aber Du hast eben keinen Uhrlaub.“
Fazit: Urlaub ist schön, Uhrlaub ist schöner.

Montag, 21. Juli 2008

Memento

Zum Glockenschlag
trat ich ans Grab

Im Schatten des Baumes
lebt die Erinnerung

Donnerstag, 17. Juli 2008

Ein Kunstgriff

Singende Schauspieler und schauspielende Sänger gibt es zuhauf. Meist sind sie nur in einer Gattung überzeugend, wenn überhaupt. Auch wissen wir, dass Stars jeglicher Gattung mit Vorliebe bereits mit 21 ihre erste Autobiographie veröffentlichen und sich auch sonst gern der Welt mitteilen - man denke nur an Dieter Bohlen oder Heidi Klum. Jedoch: Nicht jeder, der sich mitteilt, hat etwas zu sagen. (Ich eigentlich auch nicht:)

Schreibende Künstler sind dagegen eher eine Seltenheit und der Anspruch ist ein ganz anderer. Brillante Ausnahmen wie Das geheime Leben des Salvador Dalí bestätigen die oben genannte Regel der Belanglosigkeit. Der wahre Künstler (Genie trifft Wahnsinn) ist Herrscher über gleich welches Medium.

Cornelia Schleime hat auch ein Buch geschrieben - keine Autobiographie, aber doch einen autobiographisch angehauchten Roman (Weit fort). Cornelia Schleime ist eine international erfolgreiche Künstlerin mit einem spannenden Lebensweg, unter anderem Kunst-Studium in Dresden, Ausstellungsverbot in der DDR, Ausreise in die BRD und Stasi-Bespitzelung durch einen ihrer engsten Bekannten.

Wer Bilder mag, die spannende Geschichten erzählen, und Sätze, die einem wunderbaren Gemälde gleichen ... Buch lesen und die nächste Ausstellung besuchen!

Cornelia Schleime kurz vor ihrer Ausreise in ihrem Ostberliner Atelier 1984. Copyright: Cornelia Schleime
Copyright: Cornelia Schleime

Dienstag, 15. Juli 2008

HURRA! Sommerferien

Oder: Die Wiederentdeckung des Faulenzens

Ausschlafen und aufwachen mit Shine On von The Kooks.
Katze bleibt gleich ganz liegen und verzichtet ebenfalls aufs Büro.

Hinter mir liegt ein mega-entspanntes Urlaubsauftaktwochenende inklusive fränkische Hochzeit mit einer ebenso entspannten Braut samt Bräutigam ("Ein Mann geht ihren Weg"), 160 Gästen
strahlendem Sonnenschein,
Tisch-Kicker im Maxiformat mit echten Kickermännchen (nämlich den Hochzeitsgästen - passend dazu meine männliche Begleitung, die - ungewohnt mit weißem Hemd & Stoffhose - Ähnlichkeit zu Jogi Löw aufwies),
Erwachsenen, die schon immer mal auf die Hüpfburg wollten und dies dann auch mit kindlicher Freude taten (Zitat danach: "mir ist ganz schön schlecht"),
und Unmengen leckerer Torten und Speisen aus der Nachbarschaft. Denn in so einem fränkischen Dorf packen selbstverständlich alle mit an. Heiraten kann also doch schön sein.

Auf dem Rückweg haben wir gleich noch Erfurt, Weimar und Kahla mitgenommen, gut verdaulich auf zwei Tage verteilt - Thüringen pur quasi. Und mal eben ein kleines Vermögen für schickes Tischgeschirr ausgegeben. Wenn schon Kahla, denn schon...
Der nächste Polterabend kann also kommen. Goodbye Ikea - ich wohne nicht mehr, sondern lebe schon - oder besser: wieder (Urlaub sei Dank)?

Gestern Abend dann Auftaktkonzert der Deutschland-Tournee von R.E.M. am Elbufer - das Ganze natürlich für umme dank Freikarten, wie es sich für den modernen Schnorrer gehört. Der nette Michael hat aber auch die nichtzahlenden Gäste draußen auf der Brücke immer freundlich einbezogen. Sehr sympathisch. Die Editors gabs gleich mit dazu, wenn diese auch hierzugegen noch völlig unbekannt zu sein scheinen und nur einen höflichen, insgesamt mageren Applaus bekamen, was mir Leid tat, aber man wird nun mal nicht als Star geboren.

Dieser Eintrag endet mit Bad Day - einem Lied, das irgendwie symptomatisch für die letzten, ganz dem Arbeiterdasein geopferten Wochen steht: It's been a bad day. Please don't take a picture. It's been a bad day. Please ...

Und noch einmal: HURRA! Sommerferien.

Montag, 7. Juli 2008

Das flinke Büro

Seit letzter Woche habe ich einen neuen Kollegen.

Er ist Amerikaner, sieht ein bisschen aus wie Heinz Rühmann, ist ebenso freundlich wie jener und lacht sehr viel. Sein Deutsch ist nahezu perfekt.

Letzen Freitag kam er zu meiner Kollegin in unser Zimmer mit einem Zettel, auf dem sein Bürobedarf notiert war. Als er das Zimmer verlassen hatte, grinste die Kollegin.

Auf dem Zettel stand ganz oben: "3 schnelle Ordner"...

Aber subito! Möchte sonst noch jemand ein paar schnelle Ordner? Ich würde dann gleich eine Sammelbestellung aufgeben.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Finalmente nel finale

Es lebe die deutsch-türkische Freundschaft!

Und die deutsch-asiatische Freundschaft obendrein: Ich verbrachte Halbzeit eins mit zwei Fußballabstinenzlerinnen in der Sushi Bar meines Vertrauens und hörte in unregelmäßigen Intervallen den asiatischen Koch und die Bedienung in der Küche nebenan jubeln oder stöhnen. Auf unsere Frage zum Spielstand nach einem besonders lauten Jubelanfall die Antwort: "Tol fül Tülkei". Aha, unsere asiatischen Freunde sind also für die Türkei. Das wirft Fragen auf für den mit seinem Nationalempfinden stets hadernden Deutschen. Hassen uns unsere asiatischen Mitbürger insgeheim? Unsere Schlussfolgerung nach ausgiebiger Diskussion: Minderheit sympathisiert mit Minderheit.

Ich habe heute extra viel Trinkgeld gegeben und zum Abschied besonders nett gelächelt. We love you all. Wenn wir EM-Meister werden, schaue ich sicherheitshalber ganz genau nach "übersehenen" Gräten im Fisch.

Halbzeit zwei dann daheim:

Ein abwechslungsreiches Spiel, nicht nur aufgrund der vielen Tore, sondern vor allem wegen der Variantenvielfalt der Berichterstattung und der anspruchsvollen Dramaturgie weltweit:

Bild und Ton
ohne Bild und Ton
mit Ton, aber ohne Bild
wieder Bild und Ton
dann wieder ohne
dann mit Bild, aber ohne Ton
Bild und Ton

Schlusszene: Jubel in Bild und Ton!

From dawn till dusk

Kaffee olé und die Rettung der 13

Wenn man um 5:45 Uhr in der Früh im Flieger nach Frankfurt hockt, dann tut es kein Café au lait. Nein - ein Kaffee olé muss her: stark, schwarz und pur.

Allein das Glück bei der Fahrt zum Flughafen einen Bilderbuch-Sonnenauf- (und bei der Landung rückzu am Abend einen Bilderbuch-Sonnenunter-) -gang zu erleben, jeweils im Beisein des Liebsten, tröstete mich über diese unmenschliche Dienstzeit hinweg.

So fand ich mich denn auf Platz 14D wieder und stellte - noch einigermaßen benebelt mit halbwachen Sinnen - fest: Reihe 13 fehlt. Irgendwie hat jeder schon einmal davon gehört, aber wenn man plötzlich in der Realität drüber stolpert - Reihe 10, 11, 12, 14, 15 - wundert sich der aufgeklärte Mensch dann doch. So weit hat es der Aberglaube also in unserer Gesellschaft gebracht.

Wie kann ich mir das erklären? Hat ein technikbegeisterter, sonst logisch denkender Flugzeugkonstrukteur ein panisches Veto eingelegt, als es um Reihe 13 ging? Oder haben Airlines weltweit jahrelang Umsatzeinbußen erlebt, weil die Sitzplätze in Reihe 13 sich nie verkauften - am Ende also eine reine Marketingentscheidung?*

Wie dem auch sei, ich finde, der Zahl 13 geschieht Unrecht. Mein letzter Freitag der 13. war ein Glückstag: Ich habe nämlich früh die Straßenbahn noch erwischt. Danach entscheidet sich bei mir schon frühmorgens, ob es ein schöner Tag oder ein Sch...Tag wird. Nach der Bahn rennen muss ich quasi täglich (immer auf die letzte Minute, die Frau von heute), doch der Ausgang der Situation ist offen. So spare ich Geld fürs Lotto und hole mir täglich aufs Neue meinen ganz persönlichen Kick. Oder so ähnlich.

Noch besser erging es mir neulich in meiner Lieblingslinie, Nr. 13, die mich stets voll froher Erwartung ins Getümmel der Neustadt schunkelt. Notorisch also nach der Bahn rennend (dieses Mal abends), hielt die bereits anfahrende Bahn extra noch einmal an, um mich mitzunehmen. Das gleicht in Dresden (mit den ebenso notorisch unfreundlichen Bus- und Bahnfahrern) einem Sechser im Lotto. Am Steuer - wie sollte es auch sein - eine verständnisvolle StraßenbahnfahrerIN.

Mein letzter 13-Uhr-Termin war ebenfalls sehr schön: Die nette Sales-Dame eines großen Hotels im Stadtzentrum begrüßte mich (in Unkenntnis meiner süßen Vorlieben) zum Business-Lunch mit den Worten: "Ich habe da schon mal eine Dessert-Variation bestellt." [Crème brulée, Panna Cotta, Zitronensorbet - schmelz] Sie ist ab sofort mein Lieblingsleistungsträger.
Weniger glücklich erwies sich der Termin hingegen für die völlig verschücherte junge Bedienung, die eine Portion Spaghetti Sophia Loren (mit lecker Garnelen) volle Kanne über meine Unterlagen kippte (siehe auch: Best of Pleiten, Pech und Pannen - Teil 1).

So ist denn alles eine Frage der Einstellung und Tagesform: Bringt die Zahl 13 Glück oder Unglück? Ist das Glas halb leer oder halb voll? Ärgere ich mich über die verpasste Bahn oder warte ich gelassen auf die nächste? Ist Frankfurt a) hässlich oder hat es b) "durchaus Charme"?

Letztere Frage muss abschließend eindeutig mit b) beantwortet werden. Die provinzielle Großstadt oder großstädtische Provinz - ich mag die schroffen Gegensätze zwischen "Mainhattan" und Äppelwoi, schick und schäbig, Kunst und Kommerz, betongrau und grasgrün. Spätestens seit meinem Sommer in Frankfurt vor sieben Jahren bin ich eine aktive Fürsprecherin für Frankfurt.

Meine ganz persönliche Bankfurt-Connection, Fräulein Kunze, weilte leider just am gestrigen Tag in der sächsischen Heimat. Ursprünglich war ein Treffen in der nach ihr benannten urigen Äppelwoi-Einkehr Kunze's vereinbart, ganz in der Nähe meines Termins. Als ich dort dann zufällig vorbeilief, vernahm ich ein großes Schild mit den Lettern:

"Wegen Wasserrohrarbeiten vom 23.-29. Juni geschlossen." Manche Dinge sollen einfach nicht sein.

Und die Moral von der Geschicht? Dafür kann auch die 13 nichts.

*PS: Wenn das Flugzeug abstürzt, stürzen doch auch die anderen Reihen (1-12, 14-x) mit ab, oder?

Montag, 16. Juni 2008

Abseits

Ich sage Euch, so ein Fußballspiel ist einfach nichts für mich.

Nach einer unspektakulären ersten Halbzeit beschließe ich mich schon mal bettfertig zu machen. Als ich grad beim Zähneputzen bin, brüllt mein persönlicher Kommentator auf dem Sofa im Zimmer nebenan plötzlich: "Tooooooooorrrrrr!"

Menno, ich war doch nur mal kurz im Abseits!

Allerdings ergötze ich mich noch immer an meiner Lieblingsszene: Der sonst in sich ruhende Jogi, unser Yogi, zeternd auf dem Weg in die Tribüne, wird getröstet von Mama Merkel, die ihm liebevoll auf die Schulter klopft. Ich habe ein Faible für Abseits-Situationen.

Oder hab ich da was falsch verstanden?

alles wird gut

das leben ist ein himbeertoertchen

Platten mit Suchtpotenzial


Emiliana Torrini
Me and Armini


Lykke Li
Youth Novels

Lesestoff für faule Sonntage und schlaflose Nächte


Cornelia Schleime
Weit fort


Max Frisch
Homo Faber


Miranda July
Zehn Wahrheiten




Martin Suter
Lila, Lila


Jonathan Safran Foer
Extrem laut und unglaublich nah

Und was sagt der Wetterhahn?

Aktuelles Wetter in Dresden:


Temperatur: 17 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 68 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 1016.9 mb
Windstärke: 13 km/h

Weather data provided by weather.com

Aktuelle Beiträge

Was..
..fuer ein Wochenende, oder :-))? Und vergiß´...
Anski - Mi, 13. Aug, 22:37
Frauenwirtschaft.
Eine coole Sache, weil "das" sogar Auswuechse nach...
Anski - Mi, 13. Aug, 22:35
The Abridged Berlin Review...
Für A. Sitzen zwei in der U-Bahn. Sagt die eine:...
kamikatze - Mi, 13. Aug, 21:37
Alle guten Dinge sind...
Drei Freundinnen. Drei einander unbekannte Frauen,...
kamikatze - Mi, 13. Aug, 21:24
Und nach dem Uhrlaub...
Oder? Und so übe ich mich denn wieder fleißig...
kamikatze - Mi, 13. Aug, 21:04

Suche

 

Status

Online seit 287 Tagen
Zuletzt aktualisiert: So, 17. Aug, 17:13

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Web Counter-Modul


(TrÜgErIsCh) IdYlLiScH
(Un)BüRoKrAtIsCh
AlBeRn
AuF rEiSeN
ErNsT
GlÜcKsElIG
GrÜbLeRiScH
KäTzErIsCh
KuLiNaRiScH
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren