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ErNsT

Freitag, 19. Juni 2009

Stimmlos

Wenn man seit einer geschlagenen Woche mit Fieber, quälendem Husten und ohne Stimme - will heißen: Luftröhrenentzündung Lungenentzündung - im Bett liegt, hat man wenig zu lachen.

Einziger Trost: das großgroßgroßartige Buch "City of Thieves" (deutsch: Stadt der Diebe) von David Benioff. Meine Freundin Nadja ist Journalistin, kann ihre Begeisterung viel besser in Worte packen als ich und hat eine Rezension über das Buch geschrieben. In jedem Fall: Lesen! (Das Buch, und Nadjas Literaturtipps natürlich).

Montag, 21. Juli 2008

Memento

Zum Glockenschlag
trat ich ans Grab

Im Schatten des Baumes
lebt die Erinnerung

Sonntag, 8. Juni 2008

Nackter Protest

Na das ist doch mal eine schöne Aktion: Im Adamskostüm radelnd für umweltfreundliche Fortbewegungsmittel und den Ausbau von Radwegen protestieren.

naked-bike
Foto: AP

So gesehen gestern in Madrid und anderen europäischen Metropolen. Hier etwa auch? Hab ich was verpasst?

Ich habe lediglich die verstörend bis erheiternde Meldung vernommen, dass zum freitäglichen Nachtskaten die hiesigen OB-Kandidaten mit von der Partie sein sollten.

Da ich trotz mehrjähriger Erfahrung im Skaten noch nicht auf Kommando bremsen kann, hab ich mir den Spaß nicht gegeben, aber sonst hätte ich doch gern beobachtet, wie die Anwärter auf den Dresdner Chefposten sich zwei Tage vor der Wahl unter Ellbogeneinsatz blaue Flecken oder gar Schlimmeres zuziehen - das nenne ich authentischen Wahlkampf. Weniger authentisch ist hingegen, dass die beiden totalen Brückenbefürworter unter den OB-Kandidaten plötzlich einen auf öko-alternativ machen. Bestimmt haben sie den Skatern versprochen, dass sie künftig über die neu gebaute Waldschlösschenbrücke rollen dürfen. Hoffentlich haben ihre Opponenten gleich erwidert: Durch den Tunnel ists viel cooler!

So rufe ich denn auf: Wer radelt mit mir nackt durch den Großen Garten aus Protest, wenn die täuschend nett daher lächelnde Kandidatin wie allseits befürchtet den Thron erklimmt?

Dienstag, 12. Februar 2008

Gedenken an die Tieferlegung

Über die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg macht man keine Witze.

Trotzdem – oder gerade deshalb – konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, als Franzi mich vor kurzem einlud, mit ihr bei einem Philharmoniekonzert der „Tieferlegung Dresdens“ zu gedenken.
So brutal daneben ist diese Metapher, dass sie mitten ins Schwarze trifft und in ihrer Grausamkeit der großflächigen Bombardierung Dresdens im Februar ’45 gerecht wird. Sie stammt auch nicht von Franzi, wie diese freimütig zugab, sondern aus der Titanic, deren Satire schon fast wieder zum politisch-korrekten Humor zählt.
Jedenfalls erinnerte mich der Vergleich an jene todernsten und strengen Situationen, in denen man nicht lachen darf und aus unersichtlichen Gründen in ein albernes, an Hysterie grenzendes und völlig inadäquates Lachen verfällt… Trauerfeiern, Prüfungen, Verhöre mit Mutti…

Gern willigte ich also ein – Beethovens Neunte stand auf dem Programm. Beinahe hätten wir den Eintritt verpasst. Schuld war das sündhaft leckere Dessert, Panna Cotta mit Zitroneneis an Safran-Ingwer-Sauce, das wir uns zuvor noch gegönnt hatten in einem an sich schnöden Systemgastronomieladen in der Nähe, für den wir an dieser Stelle auch nicht werben wollen. Das Dessert indes war großartig. Seinetwegen mussten wir die letzten Schritte zum Konzertsaal im Laufschritt zurücklegen. Der Mann an der Tür begrüßte uns mit einem hämischen „Wer zu spät kommt…“ – der Rest des Satzes verhallte jedoch ungehört auf den Stufen zur Loge. Wer zu spät kommt, dem erspart das Leben lange Wartzeiten – muss es wohl richtig heißen, denn, kaum hatten wir Platz genommen, erklang bereits der erste Ton.

Es ist schon etwas anderes, diesem großen Werk einmal in einem richtigen Konzertsaal mit Riesenorchester und hundertköpfigem Chor (in wie immer drolliger Kostümierung) zu lauschen als nur auszugsweise im Musikunterricht der Schule vom knirschenden Plattenspieler mit den ewig lärmenden Lümmeln von der hinteren Bank. Diese Wucht, diese Wonne, diese Worte … und so wurde mir schließlich von ganz allein ganz feierlich zumute.

63 Jahre nach seiner Zerstörung ist Dresden wie Phönix aus der Asche erstanden… Freude schöner Götterfunken.

Danke, Franzi!

alles wird gut

das leben ist ein himbeertoertchen

Himbeertörtchenmusik


Charlotte Gainsbourg
Irm



Tegan & Sara
Sainthood

Himbeertörtchenlektüre



Herta Müller
Herztier

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